Das Feuer der Leidenschaft… und was sonst so Leiden schafft

How-Much-Can-You-Eat---Funny-Turtle-vs-Strawberry

Ich melde mich wieder zurück zum Dienst. Was gestern war? Unter anderem das:

Meine Damen und Herren, heute im Programm:

„Das personifizierte Schleimhautproblem Teil II: jetzt erst recht!“

Das kann einem schon richtig auf die Nerven gehen mit der Zeit. Alle, die mich näher kennen wissen, dass ich schon irgendwie ziemlich verfressen bin. Das heißt nicht, dass ich mir wahllos tonnenweise Müll reinschütte oder an grassierender Fettsucht leide. Aber ich hab immer so unendlich gern gegessen. Kochen und Backen fand ich immer Klasse. Und jetzt? Wenn jeder bissen weh tut, dann verliert die Nahrungsaufnahme ziemlich schnell jegliche Erotik. Aus einer wilden Romanze ist nun also eine mittelmäßige 30-jährige Ehe geworden: das lodernde Feuer ist erloschen und vielleicht geht noch was zum Hochzeitstag. Da ich aber nicht nur einmal im Jahr essen sollte, muss ich mich dazu zwingen. Bissen für Bissen würge ich dann unter Schmerzen runter und hoffe, dass es bald vorbei ist. Eben wie so manche Ehe… 😀

Problem Nummer 2: mein Geschmackssinn befindet sich in der Selbstfindungsphase. Er hat seinen soliden und sicheren Beruf aufgegeben und dachte, er versucht jetzt mal was neues: Arschloch sein. Denkt jetzt mal an Zwetschgenkuchen. So richtig schön fruchtig, halbmatschig und mit Butterstreußeln oben drauf. Vielleicht noch mit ein bisschen Zimt. Da hat man doch so eine gewisse Vorstellung, wie das dann schmeckt, gell? Und jetzt stellt euch mal vor, euch war es eine Woche jeden Tag übel. Es ist der erste Tag, an dem ihr wieder einigermaßen Appetit habt. Euch kommt dieser geile Zwetschgenkuchen in den Sinn und einer eurer Angehörigen macht den Wunsch zum Befehl und besorgt besagtes Objekt der Begierde. Jetzt steht es vor euch, wie der Heilige Gral, wunderschön und duftend. Ihr könnt es kaum erwarten, endlich mal wieder was mit Genuss zu Essen, nehmt die erste Gabel und

… es schmeckt wie Pappe…. Was soll der Mist? Gehts eigentlich noch? Dieses kleine Stückchen Lebensfreude hätte man sich doch eigentlich verdient während der Therapie, oder? Aber nein, Herr Arschlochgeschmackssinn kann sich ja nicht entscheiden, was süß,sauer,salzig oder scharf sein soll und verpackt deshalb alles in einen Geschmack: Einheitspappbrei. 

Leider fällt mir kein Mittel ein, den Kollegen wieder zu seiner Arbeit zu bewegen. Ich hoffe nur, dass er die Midlife Crisis schnell wieder beendet und zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Denn die Chemo hält, was alle Frauenmagazine versprechen: ordentlich Kilos verlieren in kürzester Zeit. Anfangs ist das ja total toll. Aber wenn ich meinen Gewichtsverlust auf 18 Wochen hochrechne, dann bleibt am Ende nicht viel von mir übrig. Und das muss dann auch nicht sein. Naja. Mal schauen, was da die Zeit bringt. Aber mit Taxol wird ja bekanntlich eh ALLES besser 😀

So. Dann entlasse ich euch mal noch mit was zum Lachen ins Wochenende. Und nicht vergessen, immer schön gesund bleiben! 😉

https://www.youtube.com/watch?v=IUDAVgSiru8

Oh man, wäre so ein Stück Zwetschgenkuchen jetzt nicht herrlich….? 😉

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