Chemo-Konfuzius sagt:

Erst mal: Tine Wittler war da und hat den Blog neu eingefärbt. Super oder?

pusheen1

Was ich heute schreibe finden manche vielleicht doof. Und ich glaube, ich würde es auch komisch finden, wenn eine 22jährige altklug daher redet. Aber meine Sicht auf die Dinge hat sich teilweise so verändert. Natürlich muss man seine Erfahrungen selber machen, trotzdem denkt der eine oder andere vielleicht doch darüber nach.

Zufriedenheit

Wir brauchen NICHTS so sehr wie Zufriedenheit. Dass meine aktuelle Situation nicht immer prickelnd ist, könnt ihr euch ja denken. Aber: je schlechter es mir geht, umso weniger brauche ich um zufrieden zu sein. Das hört sich richtig doof an 😀 Aber es ist so. Wenn ich einen Tag nur im Bett liege und mal wieder die Chemoleiche gebe, alle 2 Stunden mal 5 Minuten wach, dann reicht es, wenn die Sonne ins Fenster scheint und es geht mir besser. Und zwar wirklich besser. Meistens ist es schon gut so wie es ist, wenn der neue Tag nicht schlimmer ist als der letzte. Zufriedenheit ist nicht gleich Glück. Aber wer kann schon immer glücklich sein? Das wäre dann ja auch der Normalzustand. Dann würden uns ja diese „Highs“ fehlen. Nein , Zufriedenheit ist viel besser. Ein konstantes Level der inneren Ausgeglichenheit.

Sich, die Welt und die anderen O.K. finden. Wenn wir das könnten, das wäre der Hammer!

Hmm so einfach ist es dann aber eben auch nicht. Ich kann auch nicht aus meiner Haut raus und die ganze Geschichte kotzt mich manchmal total an (siehe „Charlie the Unicorn goes to Candy Mountain“). Dann bin ich auch meilenweit von Zufriedenheit entfernt. Das ist total menschlich. Die Kunst ist dann, zu wissen, was einem hilft. In meinem Fall sind das (nachdem es mit dem Essen ja nicht mehr so klappt) süße Tiere. Am besten Häschen. Das ist mein innerer Klebstoff. Oder das blogen hier. Das hilft auch immer gut. Jedenfalls hilft es mir nicht, mich dann in dieses dunkle Loch in mir drinne zu verkriechen und mich in Selbstmitleid zu baden. Am Ende können wir uns nur selber aus diesen Löchern ziehen. Mit der Hilfe von Freunden und Familie geht es natürlich besser. Aber dafür müssen wir uns auch erst mal helfen lassen.

Wie wichtig manche Dinge sind, das hab ich auch erst jetzt gelernt. Und wenn das ganze einen Sinn hatte, dann der: ich habe gelernt, wie wichtig manche Dinge sind und wie unwichtig andere. Ich habe gelernt, wie unendlich schön ein ganz normaler Tag sein kann. Ich habe gelernt, dass Gesundheit keine Selbstverständlichkeit, sondern ein unendliches Geschenk ist. Ich habe gelernt, dass egal was kommt, ich nicht alleine bin (DANKE an alle meine Lieben) und dass ich stark genug bin, verdammt viel zu überstehen. Ich habe gelernt, wie unwichtig die Zukunft ist. Denn wir wissen nicht mal, ob wir eine haben. Wir leben JETZT. Und ich habe eben auch gelernt, wie wichtig Zufriedenheit ist und wie wenig es dafür braucht. Ja, ich bin erst 22. Trotzdem sind das Lektionen, die manche vielleicht nie lernen. Der Preis dafür ist hoch. Aber merkt ihr was? Das sind Dinge, die nimmt mir keiner mehr. Und sie werden mein Leben für immer nachhaltig verbessern.

Also, denkt noch einer, ich bräuchte Mittleid?

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