Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei

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Tadaaa 🙂 Heute ist mal wieder Tag -1 (wieso sollte man auch bei 0 Anfangen zu zählen?). Das bedeutet, der letzte Zyklus ist offiziell beendet…

… und damit auch mein erstes Medikament: Epirubicin!!!!

Juhuuuu! Solange wir Dinge wie den Tag der Arbeit feiern, ist das ja mal echt ein wirklicher Feiertag. Ich bin so erleichtert. Ja, erleichtert trifft es am besten. Mental habe ich mich noch nicht ganz davon verabschiedet (und körperlich auch nicht) . Ich weiß, dass dieses onkologische Antibiotikum wirklich wirksam ist. Das ganze muss meinen Krebs echt richtig angekotzt haben (ätsch du Mistvieh, du hast dir sowas von die falsche ausgesucht 😉 ). Trotzdem habe ich ein total mulmiges Gefühl, wenn ich daran denke: es hat mich innerhalb von 6 Wochen echt fertig gemacht. Das Problem am Krebs ist irgendwie, dass (wenn man nicht von oben bis unten voll damit ist oder man Leukämie hat) man sich ja eigentlich nicht schlecht fühlt. Ich konnte Essen, was ich wollte, ohne zuzunehmen. Das ist ja erstmal total toll, hat mich irgendwann dann doch stutzig gemacht. Ich habs dann aber auf den Prüfungsstress an der FH geschoben. So ein komisches Gefühl, dass etwas nicht mehr stimmt hatte ich schon, aber ich hab es nicht ernst genommen. „Vielleicht brütest du ja eine Grippe aus“. Wer denkt da schon an Krebs? Aber Schmerzen oder so hatte ich keine. Von meiner Mastektomie hatte ich mich total schnell erholt. Vor der ersten Chemo war ich körperlich also total fit. Am Montag davor habe ich noch einen 2 stündigen Spaziergang gemacht, ohne angestrengt zu sein. Wie das so ist, so weit zu laufen wie man will, dass hab ich fast vergessen, merke ich gerade. Vielleicht fällt es einem auch deshalb so schwer, die Therapie nicht zu verfluchen.

Ich will das Medikament nicht verfluchen. Weil es eben ein Medikament ist. Es heilt mich von einer Krankheit, die mich umbringen würde. Aber diese Medizin ist bitter. Während der ersten beiden Zyklen hatte ich echt angenehme Tage. Die letzten 2 Wochen waren doof. Irgendwann will man einfach nur noch, dass es vorbei ist. Das geht leider nicht. Deshalb klammer ich mich so an diese kleinen Meilensteine. Ich kann jetzt die Therapie nicht beenden, aber das Medikament ist vorbei. Das erste währe geschafft!

Morgen kommt endlich Taxol. Irgendwie bin ich schon noch etwas skeptisch. Ich habe einen Wahnsinnsfehler gemacht, den ich eigentlich nie wieder machen wollte: ich habe es gegoogelt -.- Wieso mach ich auch sowas? Und ja, es macht anscheinend auch Nebenwirkungen. Natürlich, ist ja trotz allem immer noch Chemo. Aber es wird ganz sicherlich leichter (oder auf jeden Fall nicht schlimmer!).

Vielleicht sollte ich jetzt glücklicher sein. Heute morgen war ich es auch. Jetzt sitze ich da und lasse die letzten Wochen noch mal Revue passieren. Leute, ich hoffe so, dass ich in den nächsten Wochen körperlich wirklich etwas durchatmen kann. Ich glaub da jetzt einfach mal ganz fest dran 🙂

Seht ihr den Sekt auf dem Bild? Ist natürlich alkoholfrei 😀 Leber und Niere haben eh schon nachgefragt, ob ich jetzt Alkoholikerin sei, oder woher dieser neuerdings so heftige Arbeitsaufwand ihrerseits komme? Den schlürfe ich gerade, auf mich, auf die Gesundheit, auf das neue Medikament, auf das, was ich bereits geschafft habe und auf das, was kommt.

Aber vor allem: auf ein Leben ohne Krebs! Prost!

 

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