Hallo, ich lebe noch ;)

Ich möchte mich erst einmal entschuldigen. Ich weiß, dass ich viele Nachrichten lange nicht beantwortet habe und generell sehr schlecht zu erreichen war seit der letzten Chemo. Ich freue mich über alle Nachrichten und sie tun mir auch immer sehr gut, vor allem, wenn es mir nicht gut geht. Bitte nehmt das nicht persönlich.

Es ist viel passiert die letzten 10 Tage. So viel, dass ich gerade gar nicht fassen kann, dass es nur 10 Tage waren!

DingDingDing-…….der Kampf ist eröffnet. Ring frei für die letzte Runde Chemoglatzimaxi versus H*************Krebs

Am 23.12. war es soweit: der Tag, dem ich schon so ewig entgegengefiebert habe. DIE LETZTE CHEMO! Es war soooo der Hammer! Vor der 1. Chemo konnte ich nicht schlafen, vor der letzten auch nicht. Ich war so glücklich. Unendlich glücklich. Ich glaube, ich war generell noch gar nie so glücklich in meinem Leben. Und so erleichtert. Die ganze dumme Anspannung, ob man die nächste Chemo machen kann, die viel endlich von mir ab wie ein riesengroßer Stein. Gegen Ende lebten wir nur noch von Chemo zu Chemo, versuchten, mich von jeder möglichen Infektionsquelle fern zuhalten und irgendwie die Kräfte zu mobilisieren. Das war nun endlich vorbei. Die dosisdichte hatte geklappt!!!!!!! (und das ist wirklich nicht selbstverständlich). 9 mal alle 2 Wochen. Krebs, damit hast du nicht gerechnet, Bitch? 😀 Also, mental so high wie ein brennendes Haschfeld und mit Kuchen im Gepäck gings dann in die Chemoambulanz. Dort haben wir gegessen, geredet, gelacht… meine Familie und meine Freunde kamen vorbei. Es war wirklich wunderschön. Als die letzte Infusion drinnen war, die Nadel gezogen…. da hab ich nur noch geweint. Irgendwann haben wir alle geweint. Weil wir so froh waren, weil es endlich geschafft war. Und daran gedacht haben, wie die Zeit war. Es war wirklich oft ziemlich scheiße. Aber ich beschwer mich nicht. Es ist eben Chemo. Da kann man nicht erwarten, dass es einem immer gut geht. Außerdem hätten manche Dinge vielleicht schneller vorbei sein können, wenn ich es einfach gleich der Ärztin gesagt hätte. Aber für mich ist es einfacher, eine Nacht lang vor Schmerzen zu weinen als zu sagen „Ich habe solche Schmerzen.“ Das muss man nicht verstehen. Und ja, da bin ich dann auch selbst schuld.

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Trotz allem muss ich sagen, es war wirklich eine unglaublich intensive Zeit. Und egal, wie schwer es manchmal war:  es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht gelacht habe. Und das ist doch das aller wichtigste 🙂

Am 2. Weihnachtsfeiertag war die Euphorie dann aber verflogen: Mitten in der Nacht gings ab ins Krankenhaus wegen Fieber. Ich hab mich noch nie so elend gefühlt. Ich hatte 0 Kraft mehr, im Sitzwagen gings dann auf Station und um 3 sollte dann noch die Lunge geröngt werden. Dabei muss man stehen, die Arme nach oben. Zu 3. haben wir versucht, mich irgendwie einigermaßen in die richtige Position zu bringen. Die nächsten Tage gingen irgendwie an mir vorbei: schlafen schlafen schlafen. Noch eine Infusion, noch ein Test. Was weiß ich. Irgendwann ging das Essen nicht mehr. Irgendwann wollte ich nicht mehr. Manchmal fühlt sich sterben einfacher an als leben.

ABER Irgendwann ging das Fieber wieder weg. Und genau an dem Tag sind dann die Blutwerte so abgesunken, dass ich dann in die Umkehrisolation musste. Silvester bin ich dann das erste Mal wieder auf den Krankenhausflur. Und ich war so degeneriert, dass ich praktisch nicht mehr laufen konnte. Trotzdem habe ich so lange gebettelt, bis ich Silvester um 3.00 Mittags entlassen wurde. Ich wollte das Neue Jahr auf keinen Fall im KH beginnen. Das hat sowas symbolisches. An Silvester habe ich dann so unendlich viel gegessen. Raclette, Tiramisu und einen Berliner. Das waren ungefähr die Kalorien, die ich in den 4 Tagen vorher insgesamt gegessen habe 😀 Jetzt liege und schlafe ich ganz viel. Versuche, brav zu essen und schone mich. Jeden Tag wird’s ein Stückchen besser 🙂

Es war diesmal nicht mehr lustig. Gar nicht mehr lustig. Aber ich hab die Kurve noch mal gekriegt und ich bin inzwischen wieder näher am Anfang meines Lebens als am Ende. Und hey: jetzt kann ich mich erholen. Mittwoch muss ich nämlich nicht mehr zur Chemo 🙂

Wie gehts jetzt weiter? Das Krebsgedöns wird noch bis ungefähr Mai gehen. Jetzt kommt erst mal das Chemoabschlussgespräch und dann kommt die Bestrahlung. Nächster wichtiger (verdammt wichtiger) Termin ist am 8. Da sind die Ergebnisse vom Genetiker da. Puh, da bin ich schon echt nervös. Aber jetzt erst mal entspannen 🙂

Ich leg mich jetzt wieder hin, das strengt alles noch ziemlich an. Bis dann, ihr lieben. Ich hab es geschafft! Ich hab eine Chemo durchgezogen. Und nicht nur durchgezogen, ich hab das Ding gerockt. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich stolz 🙂 Das ist so ein geiles Gefühl! NIE WIEDER CHEMO

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2 Kommentare zu “Hallo, ich lebe noch ;)

  1. Hallo Maxi ,
    gut dass du über deine Krankheit so offen berichtest. Ich denke das hilft. Vielleicht gibt es Rückschläge, hoffentlich nicht!! aber wenn doch, dann nimm sie an und kämpfe!

    Du bist eine starke Frau und wirst deinen Weg gehen ! Manuel ist ein guter Partner , er wird Dir helfen. Ich freue mich , dich bald wieder zu treffen, hoffentlich in guter Gesundheit !
    liebe grüsse
    Gerhard Amon

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  2. Ich gratuliere zum Chemoende. Ich kann sehr vieles nachempfinden. Auch ich habe größte Probleme damit zu „jammern“. Ich mußte das ein Stück weit lernen. Aber wenn Niemand weiß, wie schlecht es geht, kann auch Keiner helfen. Es ist nichtg leicht das zu lernen, aber es ist möglich 😉
    Ich wünsche Dir für den Termin, dass er nach Deinen Vorstellungen verläuft.

    Gruß Sue

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